Kunst ist spirituell. Gute Kunst wirkt im Verborgenen, ist unerklärlich, undefinierbar und wirkt oft wahnsinnig.

Am Anfang von unserem Weg als Künstler, hatten wir unzählige Museen, Ausstellungen und Kunstmessen besucht. Dabei fielen uns die toten Augen derer, die sich dort die Kunst anschauten. Sie waren die Spiegelung dessen, was sie in den Kunstwerken gesehen hatten. Wir haben erkannt, daß wir das ändern wollen. Unser Wunsch war es, daß die Augen derer, die unsere Kunst betrachten leuchten, sich von Freude und Erstaunen nicht daran satt genug sehen können, und daß ihre Herzen für einen höheren Spirit brennen, der dort innewohnt und dem sie noch nie zuvor begegnet sind.

Wir beschäftigen uns in unserer Arbeit mit Ontologie. Dabei spielen Fragen wie Individualität und Universalität, Abstraktheit und Konkretheit eine bedeutende Rolle.

Alle unsere Arbeiten kreisen im Grunde genommen immer um ein einziges zentrales Anliegen: Divinität. Jedes Werk ist so etwas wie ein neuer Versuch, uns diesem Grundthema zu nähern, es sichtbar zu machen, zu fassen, zu formulieren. Obwohl es im Prinzip immateriell und nicht fassbar.

Der Künstler bewegt sich immer am Rande von Peinlichkeit, Unverständnis und Wahnsinn. Weil er die Sehnsüchte, Zustand und Verfassung der Gesellschaft, ja das Zeitalter in dem er lebt, widerspiegelt.

Unsere Kunst ist Metaphysisch. Dabei sind verschiedene Realitäten, Geist und Transzendenz zentrale Begriffe unserer Überlegungen.

Unsere Kunst soll beim Betrachter eine art Entzückung, Selbstreflexion und schließlich das “Gnothi seauton” – das erkenne dich selbst, bewirken.

Imagination ist so viel interessanter, als die sogenannte Realität.

Dämonen sind in vielerlei Hinsicht bewundernswert. Sie sind wie alles Andere auch, göttlichen Ursprungs. Wir lassen sie manchmal durch unsere Kunstwerke sprechen, man muss sie allerdings nicht unbedingt verehren.

Beim betrachten unserer Werke soll, eine von Hegel beschriebene, reflexive Durchdringung des Geistes stattfinden.

Wenn man lange genug auf unsere Glitzerwerke starrt, beginnt man über die Kunst hinaus zu transzendieren. Das ist eine Erfahrungsebene, die wir bezwecken wollen.

Echte Kunst hat die Macht, beim Betrachter Bereiche zu öffnen, von denen er nicht wusste, dass sie existieren.

Die Gottheit manifestiert sich im Licht.

Das Licht und dessen Reflexionen ist die subtilste Form des Ausdrucks in der Kunst. Für uns ist es das Mittel, um die Anwesenheit des Göttlichen zu evozieren.

Der Medientheoretiker Marshall McLuhan hatte in seiner bekanntesten Studie der Medientheorie das Medium selbst, als die eigentliche Botschaft benennt. In unserer Kunst ist es der Glitzer. Er steht für die Materisliseierung des Göttlichen. Der Inhalt und die Form treten an weitere Stelle.

In der heutigen Welt, in der es keine Propheten mehr gibt, immer weniger Zugewandheit dem Geistigen oder der Spiritualität stattfindet, sehen wir uns als Priester, die die Botschaft des Höchsten Transzendenten erfahrbar machen wollen.

In den unterentwickelten Gesellschaften, in den Diktatoren das Volk beherrschen, sind die Götter meist nicht existent. Sie werden verboten und ausgerottet, um die Allmacht des Diktators vorzutäuschen. Zugelassen werden sie nur in Fällen, wenn sie für den Machtmissbrauch instrumentalisiert werden können. Doch die Götter und die Spiritualität sind für den Menschen so wichtig, wie das Wasser für die Blumen. Ohne sie geht das Volk geistig ein und stirbt innerlich und emotional. Denn der Glaube an eine höhere, mächtigere Instanz als der Mensch, ist ein Teil unserer Menschheitsgeschichte. Über Jahrtausende schöpfte der Mensch seine Energie aus den Ritualen und dem Glauben an die Götter, andere Welten, Existenzen und Dimensionen. So ist es auch heute noch. Und obwohl sich die Erkenntnisebenen stets verändern und verschieben, bleibt es auch so auch in der Zukunft. Denn der Mensch ist ein spirituelles Wesen.

Wir leben in einer Endzeit. Doch die Kunst reagiert garnicht. Im Gegenteil. Sie ist oberflächlich, dumm und oft nur ein Gag. Das macht uns Angst. Die Kunst ist ein mächtiges Werkzeug, das etwas auf der Spirituellen Ebene, bewirken kann. Das versuchen wir zu verdeutlichen und realisieren.

Da die Gesellschaft mit Oberflächlichkeiten, Kriegen, Vernichtung unseres Planeten, sinnlosen Konsum und die Kirchen mit Sexvergehen an Kindern und Verwaltung von Immobilien beschäftigt sind, liegt es am Künstler und Kunst den Pad der Spiritualität zu übernehmen.

In unserer Glitzerkunst vollzieht sich die Transsubstantiation, also eine Wesensverwandlung. Ähnlich wie bei der heiligen Messe. Das Werk verwandelt sich im Verlauf des betrachtens in etwas Höheres. Der Betrachter soll final nicht durch das Thema oder Form des Werkes angeregt werden, sondern entwickelt während des Betrachtungsprozesses eine art Entzückung. Darum geht’s.

Die Kölner haben immer die Nähe zur Spiritualität durch die hier massenweise errichteten Kirchen, als Wallfahrtsort und in Reliquienverehrung gesucht. Aber sie sind auch gleichzeitig mit dem fanatisch kultivierten Karneval zum Prunk und exzessiven Wahnsinn geneigt. Es sind also zwei Welten, die diese Stadt und die Menschen prägen. In dieser Tradition stehen wir Iven & Aaron und auch unsere Werke.

Wir sehen unsere Arbeit und Leben als eine Mission, um den Götterfunken in der Welt zu verbreiten.

Gute Kunst sollte jeden, auch diejenigen ohne kunsttheoretisches Wissen, emotional berühren. Daran arbeiten wir jeden Tag.

Unsere Kunst ist ein Statement für das das ganze Universum durchtränkende und in allen Dingen enthaltene unfassbare, unerklärliche GÖTTLICHE Prinzip des Seins.

So mancher sieht in unserer Glitzerkunst Kitsch oder traut sich nicht einmal unsere Werke anzuschauen. Das sind diejenigen, die versuchen unsere Kunst mit dem Kopf zu erfassen, was ja gar nicht geht. Diejenigen, die sich ohne nachzudenken und Vorbehalte darauf einlasen, werden stark emotional berührt und transzendieren sogar.

Im Mittelalter hat man Spiritualität in Kunst mit Leid verbunden. Bei Jesus am Kreuz, Heiligen und Märtyrer, Hölle und Tod. Von Freude keine Spur. Doch Spiritualität hat nix mit Leid zu tun, sondern mit Erkenntnis. Sie kann auch anders dargestellt werden.

Wenn wir ein Werk erschaffen, tun wir es unter bestimmter Atmosphäre und Umgebung. Es hat für uns die Bedeutung eines Hochgebetes. Eine art Konsekration in dem am Ende des Arbeitsprozesses eine Wesensverwandlung stattfindet und das Werk, in den sakralen Bereich übertragen wird.

Es gibt immer noch Menschen die Kunst in schön oder nicht schön, wie bei Adorno einteilen. Dabei wissen wir spätestens seit Wittgenstein: ob ein Bild schön oder nicht schön ist, kann nur von Laien getroffen werden. Er meinte das man das Wort Schön aus der Ästhetik herausstreichen soll, weil sich die Frage nicht mehr stellt. Das nicht mehr das, was wir in der Kunst suchen. Für den Kenner spielt die Schönheit des Kunstwerks überhaupt keine Rolle. Der Experte sucht keine Schönheit darin sondern das Ungewöhnliche, das etwas Andere, die eine andere Darstellungsart, Innovationen die reingebracht worden sind, usw.. Im Grunde gilt prinzipiell ein einziger Maßstab: als Kunstwerk akzeptiert oder nicht akzeptiert. Somit gilt für die früheren Wörter „Schön“ – „nicht schön“ heute „Kunst“ – „keine Kunst“.

Wenn man nicht versteht worum es geht, neigt man naturgemäß es als nicht existent zu bezeichnen oder sogar zu bekämpfen. Genies, Dichter, Künstler, Hexen und Heilige wurden verbrannt, eingekerkert, in Konzentrationslagern vernichtet oder in psychiatrischen Anstalten gequält. Der wahre Feind der Menschheit ist das Sklaventum seines beschränkten Geistes und der Mangel an Phantasie. Das hindert die Menschen daran zu wachsen und sich aus der Dunkelheit zu erheben. Die Eliten dieser Welt wissen das. Sie tragen einen gigantischen Anteil daran – sei es weil sie es bewusst wollen und so handeln oder durch ihre Untätigkeit. Doch der geistige Fortschritt lässt sich nicht aufhalten, wie die ganze Natur, ja das ganze Universum – alles ist auf Wachstum und Expansion ausgelegt. Es ist also nur die Frage der Zeit, das wir einen Bewusstseinssprung auf der Erde zu erleben. Per aspera ad astra, eben.

Das bewusste Sein sollte sich dort abspielen, wo du gerade bist – im Hier und im Jetzt. Nicht dort, wo du nicht bist oder da wo du vielleicht sein möchtest. Das unbewusste Sein wirkt im verborgenen, ist mit den Sinnen nicht erfassbar. Aber es ist erahnbar. Unsere Kunst soll das verdeutlichen. Du erlebst bei unserer Kunst eine art Energie, die dich mit einem Ruck aus den Systemen und Konzepten herausreißt und dir das Momentum des Transzendenten Göttlichen – bewusst machen soll.

Unsere Kunst soll Energie vermitteln, sie soll den Betrachter geradezu anspringen und ihn besetzen, mit neuen noch nie gedachten Ideen und Räumen. Diese Energie ist unsichtbar und man kann sie nicht sichtbar machen. Aber unsere Kunst, macht sie erlebbar, oder zumindest erahnbar. Und das ergibt den Schauer, der Dich durchrieselt, wenn Du die Energie unserer Kunstwerke spürst.

Da die Erklärungskonzepte von Kirchen und Denkschulen heute nicht mehr ausreichen, bedarf es Kunst. Sie ist der Katalysator, für die spirituellen Erkenntnisse in unserer Zeit.

Kunst ist unsere Religion. Sie ist unsere Verwirklichung und die Suche nach GOTT.

Der Mensch kann sich der Spiritualität und den Göttern zuwenden, ohne einem Dogma zu dienen oder einer Religion anzugehören.

Das Kinder in Amerika Massenmord begehen und andere Kinder mit Maschinengewehren umbringen, zeugt für den  desaströsen Zustand unseres Bewusstseins als Spezies. Auf der anderen Seite bemühen wir uns händeringend darum, ins Universum zu expandieren. Doch was haben wir anderen Welten und Zivilisationen zu bieten? Wie man Ökosysteme kaputt macht, einen Planeten zerstört und andere koexistente Wesen ausrottet? Waffen baut um sich gegenseitig umzubringen? Wie man anderen Lebewesen mit den man zusammen lebt, qualvoll züchtet, sinnlos tötet und mit schmackes aufisst? Oder wie man Minderheiten niederträchtig mit Gier, Sucht nach Sex, Geld und Macht elitär unterdrückt? Nein. Wir sollten erstmal bewusstseinstechnisch aufrüsten und schöpferisch statt zerstörend, liebend statt hassend ja ein Stück göttlicher werden. Damit könnten wir etwas wahrhaftig grosses erschaffen.

Wenn wir die Welt einen Tag regieren könnten, würden wir alle Waffen auf der Erde vernichten lassen und untersagen sie zu produzieren. Da hätte die Göttin Kali wenig zu tun. Paradoxerweise ist sie nicht nur die Göttin des Todes und der Zerstörung, sondern der Erlösung und kann Wünsche erfüllen.

Der Himmel ist unsere Muse, unsere Inspiration und gleichzeitig die Hauptinstanz, um unsere disziplinierte Arbeit konstant zu hinterfragen und uns in jeder Zeit zu beflügeln.

Einen bedeutenden Künstler machen nicht seine einzelnen Kunstwerke aus, sondern die Gesamtbedeutung seiner Kunst für die Welt, die aus seiner Arbeit erwächst.

Es ist nicht wichtig was unsere Kunst bedeutet, sondern was sie mit dir als Betrachter macht.

Unser künstlerischer Ansatz soll wie zuvor bei Fluxus und Dada ein weiterer Angriff auf die Kunst sein. Er soll die materielle Form als das endgültige Ergebnis der künstlerischen Prozesses aufheben. Es ist auch nicht der Prozess selbst oder weitgehend wie im Abstrakten, die Suche nach neuer Form im Ausdruck. Es soll das transzendente Geistige spürbar gemacht werden, das nicht materiell darstellbar ist. Herbert Kühn schrieb 1919 in der Zeitung “Der Sturm” im Zusammenhang mit dem Expressionismus: „Im Expressionismus fällt das Dargestellte und der Gegenstand weit auseinander. Das Dargestellte beginnt gewissermaßen hinter dem Bild.”.

Wir wollen jene Kraft, den Götterfunken der in allem und jedem vorhanden ist, wie es in den Apokryphen des Thomas Evangelium beschrieben wurde, spürbar machen. Alles Andere wie die Form und Materie des Kunstwerks ist nur ein Begleitwerk, eine Brücke die wir schlagen, um unsere Vision als Künstler verständlich zu machen. Es ist eine weitere Dimension der Kunst. Eine Qualität, die eigentlich mit den Wörtern nicht mehr beschreibbar ist.

Unsere Kunst ist transzendent. Deshalb ist sie mit den bewussten Sinnen, nur begrenzt erfassbar. Ihre eigentliche Energie liegt außerhalb des Ratio. Die Bandbreite unserer Kunst macht etwas mit dir und in deinem Kopf.

Die transzendente Wirkung unserer Kunst kann man bei dem Betrachter erkennen, in dem man seine erstaunten Augen und veränderten Blick sieht. Bei dir selbst kannst du sie erkennen, indem du dich selbst reflektierst.

Unser Anliegen ist es die Form in unseren Kunstwerken als eine Art Anker zu sehen, um sich im weiteren Verlauf des Betrachtungsprozesses davon gänzlich mental zu lösen. Der Betrachter soll sich geistig erheben, das Transzendente Übergreifende – den GÖTTLICHEN SPIRIT, als die darin wirkende Kraft spüren.

Wenn man ein Haus oder eine Maschine betrachtet, würde man nie auf die Idee kommen, daß dahinter keine Intelligenz, kein bewusster Geist steckt. Das selbe gilt für das Universum und alles was uns umgibt. In unseren Werken versuchen wir dies in den Fokus zu rücken. Wir extrahieren und kompensieren diesen Spirit und machen ihn essenziell erfahrbar.

Unsere Kunst stellt in ihrer Wirkung eine weitere Wirklichkeit dar, quasi eine andere Dimension des Seins. Wir agieren als Erschaffer neuer Welten und verschaffen neue Erkenntnisse.

In unseren Werken wissen wir im Vorfeld des Arbeitsprozesses nicht, was wir darstellen wollen. Die Arbeiten entstehen in Trance. Die so extrahierten Energien, Welten, Wesen und Dimensionen materialisieren sich dann in unseren Werken und werden so unserer Dimension zugänglich.

Unsere Arbeit ist für uns ein Creatio Secundo. Wir sind Erschaffer neuer Realitäten.

Der Künstler ist eine Art Demiurg. Jemand, der wie Gott neue Welten erschafft. Im Prinzip sind diese Imaginär, beim näheren betrachten nicht wirklich, eine Illusion. Aber weil sie in unserem Bewusstsein entstanden sind, sich als Kunst materialisiert haben, sind sie auf dieser Ebene existent und somit sehr real.

In unseren Bildern versuchen wir nicht das Bekannte nachzubilden, nachmalen oder verändert darzustellen. Das wäre nur ein Versuch etwas Perfektes in einer wie auch immer gearteter Weise, mit bescheidenden Mitteln nachzuahmen oder zu entstellen. Das ist nicht unser Ding. Wir versuchen das Unbekannte und Unbegreifliche darzustellen, das wir im Arbeitsprozess extrahieren. Man könnte es zu einem bestimmten Grad als “creatio ex nihilo” bezeichnen. Nur in dieser Weise können wir der Bandbreite der Schöpfung in ihrer unbekannten Frequenzen, näher kommen.

Seit dem wir als Künstler tätig sind, versuchen wir in unseren Werken etwas darzustellen, was noch niemand zuvor darzustellen versuchte. Ob abstrakte Bilder, figurative CutOuts oder Installationen sind – wir sind immer auf der Suche nach etwas Neuem. Dann wollen wir unsere Erkenntnisse mit der ganzen Welt teilen. Das ist unser Ansporn, immer wieder zu arbeiten. Da wir immer wieder neue Visionen entwickeln, kann es sein, dass wir uns in Zukunft einer wie auch immer gearteten Ausdrucksform von Kunst widmen. Das könnte zum Beispiel eine Art von weiterentwickeltem Minimalismus sein, oder ein neues, bis dahin unbekanntes Material mit nie dagelegenen EIgenschaften oder eine wie auch immer neu geartete Idee. Unser Instinkt sagt uns jedoch jedes mal dasselbe: wir wollen das zeigen was wir entdeckt haben und dass es neben der festen sichtbaren Materie, viel mehr existiert. Das es eine intelligente Kraft im Universum gibt, die alles durchtränkt und leitet – die so erhaben und heilig ist, dass wir nur mit unseren bescheidenden Mitteln in Demut… unsere Bewunderung in Form von unserer unermüdlicher Arbeit, ausdrücken dürfen.

In unseren Werken wollen wir darstellen, was nicht absehbar ist. Doch wir wissen genau, was wir wollen. Uns reizt das Unbekannte, etwas was man erst im Arbeitsprozess entdeckt. Für uns sind dann die so extrahierten Wesen und Welten genauso existent, wie alles Andere. Mit dem Unterschied, daß wir die ersten sind, die diese Dinge sehen dürfen. Das ist das reizvollste, was uns als Künstler passiert.

„Salvator Mundi“ von Leonardo da Vinci, teuerstes Gemälde der Welt, wurde 2017 für rund 400 Millionen Euro erworben. Doch im Prinzip ist es ein Stück altes Wurmholz, mit brüchigen Pigmenten drauf. So viele male von anderen Menschen ausgebessert, übermalt und restauriert, daß es von der ursprünglichen Substanz und der Farben nur noch wenig da ist. Der Rest ist der Spirit, der mit wissenschaftlichen Mitteln nicht nachgewiesen werden kann der so wichtig und wertvoll ist.

Wir verwenden in unseren Arbeiten Glitzer und spiegelnde Oberflächen. Sie fangen das einfallende Licht und verwandeln ein Werk in etwas Lebendiges. Je nach Betrachtungswinkel verändert sich die Oberfläche und sie beginnt zu leben. So wird der homogene Fluss in der Wirkung unterbrochen und es eröffnen sich neue Realitätsräume – nicht nur auf der Leinwand, sondern im ganzer Raum. Die Kunst fängt an zu schwingen, sendet ihre übernatürliche Botschaft. Es ist eine Art Mystizismus der da entsteht – eine Projektion aus einer anderen Dimension. Für uns bedeutet das die Manifestation des Göttlichen – das SUPREME SPIRIT.

Picasso sagte einmal, dass als Kind jeder ein Künstler sei, die Schwierigkeit liegt darin, als Erwachsener eines zu bleiben. Wenn man das Kind in sich nicht tötet, wird man Künstler. Tötet man es, wird man Soldat, Polizist, Politiker, Richter, Zahnarzt o.ä.. Zum Lebensende werden die meisten Menschen wieder ein Kind. Nicht nur äußerlich ähneln sie einem Baby – sind ohne Zähne, Haare und faltig. Das Bewusstsein geht oft zurück und das meist Erlebte verschwindet nach und nach aus dem Gedächtnis. Es entsteht ein Zustand vergleichbar mit dem, wie sie auf die Welt gekommen sind. So erlangt man die göttlichen Eigenschaften wie ein Kind sie hat nach und nach wieder, um in die göttlichen Sphären im Jenseits einzutreten. Doch ein Künstler bleibt für immer ein Kind. Er verliert die Göttlichkeit nicht und er trägt sie sein ganzes Leben in sich. Mit seiner Arbeit versucht er ein Stück davon, Anderen die sie verloren haben, zu schenken.

Die Materialwahl bei unseren Kunstwerken hat einen interessanten Hintergrund. Denn der Schöpfungsprozess bedeutet für uns ein Spiel. Es macht uns Freude aus den Begrenzungen auszusteigen und Materialien einzusetzen, die nach einem einzigen Prinzip ausgewählt werden: Freude. Wir glauben, daß der Schöpfer bei der Erschaffung der Welten, genauso verfahren hat.

Ein guter Freund und Mystiker sagte einmal zu uns: “Um unsere Kunstwerke werden in Zukunft Kriege geführt”. Was er damit gemeint hat, wissen wir nicht, aber es ist gut, daß wir das nicht miterleben müssen.

Alles ist Kunst und Oberfläche. Dieser Gedanke bezieht sich darauf, daß in unseren Augen die ganze Schöpfung mit intelligentem Geist durchtränkt und hochspirituell ist. Weiter folgend besitzt für uns jedes Ding, daß wir betrachten eine materielle Oberfläche die nicht seine spirituelle Seite auf den ersten Blick offenbart. In unserer Arbeit versuchen wir genau dies zu umgehen und die geistige, ja göttliche Essenz der Dinge im einzelnen sichtbar zu machen. Das passiert dank der glitzernden Oberflächen. Sie sind der Vehikel, mit dem wir auf die übernatürliche Göttliche Ebene steigen.

Die Themen in unserer Kunst sind unerschöpflich – wie die Schöpfung selbst. Da wir uns als Ziel gesetzt haben, den in allen Dingen innewohnenden schöpferischen Geist erlebbar und begreiflicher zu machen, greifen wir bei unseren Kunstwerken auf Themen aus dem Pensum des großen Ganzen zurück.

Das können wie bei unseren Objekten und Collagen – bekannte Themen oder Gegenstände aus unserer Umgebung sein. Es können auch wie in unseren Bildern – durch eine gezielte meditative Extraktion der Einblick in unbekannte Welten, Wesen und Dimensionen sein. Deshalb gehen uns die Ideen für unsere Werke niemals aus. Das klingt zuerst banal, ist es aber nicht. Denn die Schöpfung und alles was uns umgibt ist nicht banal, sondern ein hochkompliziertes Zusammenspiel aus Dingen, die alle zusammenhängen. Alles wirkt es sich im Zusammenspiel mit anderen Dingen nahhaltig aus. Einen Beispiel dafür liefert die Chaostheorie mit dem bekannten Schmetterlingseffekt.

Wir betrachten unsere Kunst als hochspirituell und mystisch.

Die meisten philosophischen Theorien zur Ästhetik und Kunstverständnis sind Quatsch. Beginnend mit Platon und den Nachfolgeschulen. Berkeley, Kant, Hegel und der deutsche Idealismus hatten die Ontologie der Griechen als fraglich angesehen. Im 20 Jahrhundert hatte Wittgenstein die Bewusstseinsphilosophie aufgebrochen und sich in seiner These 1 und später in These 2 aufgehoben. Doch sie waren alle ein Versuch zu verstehen, was nicht verstanden werden will und kann. Kunst ist keine Logik. Es geht darum wie anfangs Godman und Ziff sagten und später der Danto pointierte, allein um Kunst als Erfahrung anzusehen und das in einem bestimmten Kontext. Doch das mit dem Kontext galt auch bis spätestens Beuys. Die richtig guten Künstler reflektieren den Kontext in ihren Werken. Diese Qualität haben die meisten Kritiker und Theoretiker noch nicht verstanden.

Durch das Radymade von Duchamp ist uns das Licht aufgegangen. Wir graben nicht mehr an der falschen Stelle nach Gold, in dem wir versuchen die Struktur von Kunstwerken zu analysieren oder Struktur von Erfahrungen in der Allgemeinheit zu beschreiben. Stattdessen setzen wir bei Kunst, was allgemein Beschrieben, in einen situativen spezifischen Kontext. Dann entscheiden wir ob die Bewertung etwas gut oder schlecht ist, in erster Linie in diesem Kontext zu sehen ist. Das ist der Maßstab der heutigen Erkenntnis bei Kunst und Qualität.

Wir sehen uns in der Tradition der Avantgarde um Mary Baumeister als die Mutter des Prä-Fluxus, verankert. Wie sie, wollen auch wir: “die Jacke der Kunst dehnen” und die Vielfalt der Schöpfung auf eine subtile, spirituelle Weise thematisieren. Ihr großes Vorbild Marcel Duchamp und ihre Freunde Joseph Beuys, Wolf Vostell, Hans G Helms, David Tudor, John Cage, Christo, George Brecht und Nam June Paik, arbeiteten unermüdlich daran, neue Qualitäten in der Kunst aufzudecken. Das versuchen wir mit unserer Arbeit ebenso.

Im großen Ganzen ist unsere Kunst inhaltslos, bedeutungslos und sinnlos. Wie alles Andere auf dieser Welt wie Tiere, Pflanzen, Menschen oder Gezeiten. Alles scheint ohne richtigen Zweck und Ziel zu sein. Aber sie bewirkt etwas außerhalb sich selbst – und das ist die Qualität, um die es uns geht.