Einführung in die Praxis

Seit 2010 formen Iven Orx & Aaron Vinn Bildkörper, in denen Licht, Raum und Material zu vibrierenden, lebendigen Raumkörpern verschmelzen. Jeder Bildkörper entfaltet Präsenz, die den Raum bezwingt, und ein Bewusstsein, das unmittelbar erfahrbar wird. Wahrnehmung wird nicht nur gesehen, sondern transformiert – ein physisches, sinnliches Erlebnis, das den Betrachter*in in das Werk zieht. Die Werke existieren nicht als zweidimensionale Bilder, sondern als Bildfelder, in denen Farbe, Struktur und Licht in dynamischer Resonanz stehen.

Biografie und frühe Prägungen

Orx, geboren in Danzig, und Vinn, geboren in Odenthal bei Köln, wuchsen in künstlerisch geprägten Umfeldern auf. Frühe Erfahrungen – die zeichnerische Praxis von Orx’ Vater und die Graffiti-Arbeiten von Vinns Vater – prägten ihre Sensibilität für Form, Rhythmus und Materialität. Von 2010 bis 2013 arbeiteten Orx und Vinn im Atelier von Mary Bauermeister in Rösrath, die ihnen in diesen Jahren als Mentorin wesentliche Impulse vermittelte. Diese Phase prägte ihr Verständnis von Kunst als energetisches Feld – ein Denken in Resonanzen, Beziehungen und offenen Möglichkeiten –, das die Material- und Raumkonzepte ihrer Bildkörper entscheidend beeinflusst.

Konzept und Werkphilosophie

Orx & Vinn entwickeln ein kontinuierliches Werk aus Gemälden, Skulpturen und monolithischen Formaten, das sich in klar definierten Werkgruppen entfaltet – SEAM, VEIL, CORE, LIMEN und FATHOM – jede erforscht spezifische Aspekte des Bildkörpers: Materialität, Lichtführung, Raumwirkung und Wahrnehmung. Ergänzend zu den Werkgruppen entstehen kuratorisch konzipierte Arbeiten, die neue Perspektiven auf Körperlichkeit, Raumfragilität und strukturelle Transformation eröffnen und exklusiv in ausgewählten Kontexten gezeigt werden.

Jeder Bildkörper steht an der Schnittstelle von Bild, Raum und Bewusstsein. Oberfläche wird zur aktiven Zone, in der Material, Struktur und Licht eine Präsenz erzeugen, die den Raum bezwingt und die Wahrnehmung transformiert. Durch die konsequente Nutzung des Begriffs Bildkörper etabliert ihre Praxis eine eigenständige Position, die neue Wege der Wahrnehmung eröffnet und durch internationale Sammlungen und Fachbeachtung gestützt wird.