Iven Orx & Aaron Vinn, im Atelier, Köln, 2024

Arbeiten an den Rändern des Sagbaren

Iven Orx und Aaron Vinn schaffen Werke, in denen Raum, Licht und Material in ein dynamisches Verhältnis treten. Ihre Arbeiten sind räumliche Bildkörper, keine statischen Objekte, und verschieben die Wahrnehmung, während sie den Raum spürbar transformieren.

Frühe Prägungen und künstlerische Herkunft

Orx, geboren in Danzig, und Vinn, geboren in Odenthal bei Köln, wuchsen in kreativen Umfeldern auf. Frühe Einflüsse – die zeichnerische Praxis von Orx’ Vater und die Graffiti-Arbeiten von Vinns Vater – prägten ihre Sensibilität für Raum, Form, Rhythmus und Materialität, die noch heute in den Bildkörpern der Künstler spürbar ist.

Von 2010 bis 2013 arbeiteten beide als Assistenten im Atelier der Fluxus-Künstlerin Mary Bauermeister in Rösrath. Dort eröffneten sich neue Perspektiven auf Kunst als Energie und Resonanz, ein Dialog von Kraftfeldern und Möglichkeiten, der das Œuvre bis heute prägt.

Iven Orx & Aaron Vinn, 2010–2013, Atelier Mary Bauermeister, Rösrath

Konzept und Werkphilosophie

Zentral für die Praxis von Iven Orx & Aaron Vinn ist der Begriff des Bildkörpers. Die Arbeiten entstehen nicht als zweidimensionale Bilder, sondern als physische Bildfelder, in denen Oberfläche, Struktur, Licht und Raum eine gemeinsame Präsenz bilden.

Diese Bildkörper verschieben die Grenze zwischen Malerei und Objekt. Wahrnehmung wird zu einer räumlichen Erfahrung, die sich mit Bewegung, Distanz und Licht kontinuierlich verändert.

Seit 2010 verfolgen Orx & Vinn eine kontinuierliche künstlerische Praxis mit Gemälden, Skulpturen und monolithischen Formaten. Das Œuvre entfaltet sich in klar definierten Werkgruppen, die jeweils eigene Beziehungen zwischen Farbe, Material, Licht und Raum entwickeln.

Ihre Arbeiten stehen in einem erweiterten Dialog mit Positionen der räumlichen Malerei und materialbasierten Kunst der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.