Einführung in die Praxis

Seit 2010 formen Iven Orx & Aaron Vinn Bildkörper, in denen Licht, Raum und Material zu vibrierenden Raumformationen verschmelzen. Jeder Bildkörper entfaltet eine physische Präsenz und ein Bewusstsein, das unmittelbar erfahrbar wird. Wahrnehmung wird nicht nur gesehen, sondern transformiert – ein sinnliches, körperliches Erleben, das den Betrachter*in in das Werk hineinzieht.

Die Arbeiten existieren nicht als zweidimensionale Bilder, sondern als Bildfelder, in denen Farbe, Struktur und Licht in dynamischer Resonanz stehen.

Biografie und frühe Prägungen

Orx, geboren in Danzig, und Vinn, geboren in Odenthal bei Köln, wuchsen in künstlerisch geprägten Umfeldern auf. Frühe Einflüsse – die zeichnerische Praxis von Orx’ Vater und die Graffiti-Arbeiten von Vinns Vater – schärften ihre Sensibilität für Form, Rhythmus und Materialität.

Zwischen 2010 und 2014 arbeiteten sie im Atelier von Mary Bauermeister in Rösrath, die ihnen als Mentorin prägende Impulse vermittelte. Diese Phase formte ihr Verständnis von Kunst als energetisches Feld – ein Denken in Resonanzen, Beziehungen und offenen Möglichkeiten – und legte den Grundstein für die Material- und Raumkonzeption ihrer Bildkörper.

Konzept und Werkphilosophie

Orx & Vinn entwickeln ein kontinuierliches Werk aus Gemälden, Skulpturen und monolithischen Formaten, das sich in klar definierten Werkgruppen entfaltet – SEAM, VEIL, CORE, LIMEN und FATHOM. Jede dieser Gruppen untersucht spezifische Aspekte des Bildkörpers: Materialität, Lichtführung, Raumwirkung und Wahrnehmung.

Ergänzend entstehen kuratorisch konzipierte Arbeiten, die neue Perspektiven auf Körperlichkeit, Raumfragilität und strukturelle Transformation eröffnen und ausschließlich in ausgewählten Kontexten gezeigt werden.

Jeder Bildkörper operiert an der Schnittstelle von Bild, Raum und Bewusstsein. Oberfläche wird zur aktiven Zone, in der Material, Struktur und Licht eine eigenständige Präsenz entfalten und Wahrnehmung in Bewegung versetzen.